KÖSTER Produkte zu einem aktuellen Thema

Abdichtungen gegen Radon

Die Abdichtung gegen Radon erfordert naturgemäß ausgesprochene Sorgfalt bei der Ausführung der Abdichtungsmaßnahmen und einen Abdichtungsbaustoff, dessen Radondichtigkeit gegeben ist. Es sei jedoch an dieser Stelle betont, dass es sich bei den nachfolgend beschriebenen Abdichtungsstoffen und -verfahren nicht um Maßnahmen zur Abschirmung von radioaktiver Strahlung, sondern um die Abdichtung gegen radioaktives Gas handelt.

Eine Normung, wann ein Stoff „radondicht“ ist, existiert nicht. In der Praxis geht man aber davon aus, dass ein Stoff als radondicht bezeichnet werden kann, dessen Schichtdicke mindestens dreimal so hoch ist wie die ermittelte Diffusionslänge.

Radondichte Produkte in unserem Programm

Im Programm der KÖSTER BAUCHEMIE AG wurden bisher die Produkte Bikuplan KSK, Deuxan 2K und NB-Elastik weiß auf ihre Radondichtheit überprüft. Mit diesem breiten Produktprogramm lassen sich eine Vielzahl von Abdichtungsproblemen in radonbelasteten Gebieten lösen.

Die Ausführung von Abdichtungsarbeiten mit der kaltselbstklebenden Bitumendichtungsbahn KÖSTER Bikuplan KSK und der kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtung KÖSTER Deuxan 2K richtet sich in erster Linie nach den Verarbeitungs- und Anwendungsvorschriften der Norm DIN 18195.

Grundsätzlich ist so vorzugehen, dass sowohl die Abdichtung der Bodenplatte wie auch der senkrechten Flächen mit KÖSTER Bikuplan bzw. mit KÖSTER Deuxan 2K ausgeführt werden. Der Untergrund muss eben und frei von allen haftungsmindernden Bestandteilen wie Staub, Ölen und Fetten sein. In allen Fällen hat eine Grundierung der abzudichtenden Flächen zu erfolgen.

Besonderes Augenmerk muss bei der Verarbeitung der kaltselbstklebenden Bitumendichtungsbahn auf die Dichtheit der Nähte gerichtet werden. Kapillaren, Poren oder Falten sind hier unbedingt zu vermeiden. Gleichermaßen muss die Sicherung der Stöße sowie der Endbereiche sehr sorgfältig durchgeführt werden – hier bietet sich die Abspachtelung mit dem ebenfalls radondichten KÖSTER Deuxan 2K an.

KÖSTER Bikuplan KSK KÖSTER Deuxan 2K KÖSTER NB-Elastik weiß

Drei Abdichtungen aus unserem Programm, die bereits auf Radondichtheit überprüft wurden: KÖSTER Bikuplan KSK, KÖSTER Deuxan 2K und KÖSTER NB-Elastik weiß.



Hohe Verarbeitungsqualität besonders wichtig

Als neues Produkt in der Gruppe der Abdichtungsbaustoffe gegen Radon ist vor kurzem die elastische, mineralische Beschichtung KÖSTER NB-Elastik weiß geprüft worden. Das Produkt verbindet dabei die Vorteile der kunststoffmodifizierten Dickbeschichtungen (nahtlose Verlegung, einfache Detailabdichtung, Elastizität) mit den Vorteilen der Dichtungsschlämmen (hohe mechanische Beständigkeit, Witterungsbeständigkeit, helle Farbe,mit zementgebundenen Baustoffen direkt überschichtbar). Planungssicherheit erhält der Anwender und Planer durch das ebenfalls für dieses Produkt vorhandene allgemeine bauaufsichtliche Prüfzeugnis.



Radongefahr im Gebäude – einfache Schutzmaßnahmen

Dr. Joachim Kemski, Dr. Ralf Klingel
Kemski & Partner, Beratende Geologen

Radoneintrittspfade in Gebäude

Radoneintrittspfade in Gebäude

Radon stellt als Innenraumschadstoff ein nicht unerhebliches Gesundheitsrisiko für die Bewohner eines Hauses dar,weil es – nach dem Rauchen – die zweitwichtigste Ursache für Lungenkrebs ist. Da in Deutschland keinerlei diesbezügliche Grenz- oder Richtwerte existieren, bereitet die Bundesregierung zur Zeit ein Radonschutzgesetz vor, das 2006 in Kraft treten soll. Darin wird ein Zielwert von 100 Bq/m3 in Aufenthaltsräumen genannt. Bei der Planung von Neubauten muss durch Wahl geeigneter Verfahren und Materialien berücksichtigt werden, dass der Zielwert dauerhaft nicht überschritten wird. In bereits existierenden Gebäuden mit erhöhten Radonkonzentrationen sind zudem Sanierungsmaßnahmen notwendig.

Radon ist ein natürlich vorkommendes, unsichtbares, geschmack- und geruchloses radioaktives Edelgas, das überall in der Atmosphäre, im Wasser und im Boden vorkommt. In der Bodenluft treten regional unterschiedliche Konzentrationen auf, die im Maximum mehr als 1.000.000 Bq/m3 betragen können (1 Becquerel [Bq] = 1 Zerfall/Sekunde).

Die Quelle der Radonkonzentration in einem Haus ist fast ausschließlich der Baugrund, d.h. der umgebende Boden und das Gestein. Im erdberührten Bereich eines Gebäudes reichen schon kleinere Undichtigkeiten aus, um den Radoneintritt ins Hausinnere zu ermöglichen. Dort kann sich das Gas anreichern und zu einer Gesundheitsgefährdung der Bewohner führen.

Eintrittsmechanismen sind Diffusion durch die Gebäudehülle sowie advektiver Transport durch Fugen, Risse u.ä., der durch den Druckgradienten zwischen Bodenund Raumluft („Kamineffekt“) noch verstärkt wird (s. Abb.).

In aller Regel nimmt die Radonaktivitätskonzentration im Gebäude vom Keller zu höheren Etagen hin ab.

In dem o.g. Radonschutzgesetz werden Baumaßnahmen bei Neubauten in Abhängigkeit von der Höhe der Radonaktivitätskonzentration in der Bodenluft im Baugebiet empfohlen. Oftmals können bereits mit geringem Aufwand große Erfolge bei der Reduzierung des Risikos erzielt werden. Hier sind u.a. Abdichtungsmaßnahmen im erdberührten Bereich, also an der Außen- und/oder Innenwand des Kellers, zu nennen, die den Ansprüchen der DIN 18195 genügen. Als Materialien kommen Folien oder Beschichtungen in Frage, deren Radondichtigkeit von einem Prüflabor zertifiziert wurde.

Weitere ausführliche Informationen und Karten zum Thema Radon finden Sie auf der Internetseite www.radon-info.de.